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Montag, 06. September 2010
keltischer Bergmann
keltischer Bergmann

Dreislarer Bergbaugeschichte

Schon in vorchristlicher Zeit wurde in den Sauerländer Bergen nach Erz gegraben. Keltische und andere Stämme schürften oberflächennah nach dem begehrten Eisenstein als Rohstoff für Waffen und Werkzeuge

Mittelalterlicher Bergmann
Mittelalterlicher Bergmann

Mit der Verleihung der Stadtrechte war oft auch das Privileg der Münzprägung verbunden. Nach den begehrten Metallerzen wurde seit dem ausgehenden Mittelalter verstärkt in unterirdischen Stollen und Schächten gegraben.

Wappen der Familie Pape
Wappen der Familie Pape

Die erste urkundliche Erwähnung des Dreislarer Bergbaus war am 27. Oktober 1777. Johann Adam Florenz Pape, kurkölnischer Richter aus Meschede legte in Dreislar eine Mutung auf Eisenstein ein. Diese Bergbaurechte wurden später an das Kloster Grafschaft übertragen.

Familienwappen von Spee
Familienwappen von Spee

Im Jahre 1847 erwirbt Rudolf Graf von Spee, Besitzer des Klostergutes Glindfeld und Ehrenamtmann von Medebach, die Bergbaurechte. Seine Suche nach Kupfer und Eisenerz in alten verfallenen und längst vergessenen Stollen verlief ohne Erfolg.

Wappen Graf zu Stollberg
Wappen Graf zu Stollberg

Der Graf zu Stolberg übt die Schürfrechte in Dreislar ab 1870 aus. Er führt Prospektionsarbeiten zu Gewinnung von Metallerzen durch. Auch diese Unternehmung musste in Dreislar scheitern, denn für den gefundenen Schwerspat gab es zu dieser Zeit noch keine Verwendung.

Dr. Rudolf Alberti
Dr. Rudolf Alberti

Die im Bergbau engagierte Firma „ Deutsche Baryt- Industrie Dr. Rudolf Alberti „ aus Bad Lauterberg am Harz erwirbt im Jahr 1909 die Rechte auf den Abbau in Dreislar. Bary = Schwerspat wird verstärkt in der chemischen Industrie gebraucht und so tritt in Dreislar die konkurrierende Gewerkschaft Amalie in Erscheinung. Ihr Inhaber Cott konnte sich aber nur unbedeutende Schürfrechte sichern und kehrte alsbald dem Bergbauort Dreislar den Rücken. Bedingt durch den ersten Weltkrieg stellt Alberti die Förderung ein  und beginnt erst 1920 wieder mit dem Abbau. Mit dem Bau einer Schmalspurbahn von Dreislar nach Liesen wurde begonnen und 1923 kommt das elektrische Licht, dank umsichtiger Verträge mit Alberti, nach Dreislar. Mit der Weltwirtschaftskrise kommt auch das Unternehmen Alberti in Schieflage. Tageszinsen von 2 % machen den Dreislarer Bergbau unrentabel und alle Arbeiten kommen zu erliegen.

Dr. Rudolf Sachtleben
Dr. Rudolf Sachtleben

Am 17. Dezember 1925 verkauft Dr. Rudolf Alberti die Bergbaurechte, sowie das Eigentum an der Grube Dreislar  an die I.G. Farben AG, Frankfurt und an die Gewerkschaft Sachtleben, Meggen zum Preis von RM 250.000,-- Von 1925 bis 1956 ruhte der Betrieb, nachdem alle beweglichen Güter veräußert und die Stolleneingänge verschlossen waren. Die stark gestiegene Nachfrage nach Schwerspat führte 1957 zur Aufnahme des geregelten Bergbaubetriebes durch Sachtleben.

Bergleute
Bergleute

Die Firma Sachtleben brachte den industriellen Bergbau nach Dreislar. Die Bergleute wurden zu qualifizierten Facharbeitern und machten die Grube Dreislar zum modernsten Schwerspatbergwerk Europas.